homo heisst mensch

Homosexualität war in Deutschland noch bis 1994 Gegenstand des Strafgesetzbuchs!

Im Sommer 2012 saßen Matthias und Lale in einem Café und sie erzählte ihm wie geschockt sie war, als sie kürzlich erfahren hatte, dass gleichgeschlechtliche Paare in Deutschland keine Kinder adoptieren dürfen. In Zusammenhang mit der schon länger bekannten Tatsache, dass die eingetragene Lebenspartnerschaft der Ehe nicht gleichgestellt ist, fühlte sie sich zunehmend unwohl in der Gesellschaft. Als gehörte sie nicht dazu.

Sie wollte etwas tun, statt immer nur zu meckern – und ohne zu zögern, war Matthias dabei. Gemeinsam überlegten sie, was getan werden könnte: ein Flashmob? Eine Petition? Ein Youtube-Video?

Lale fuhr nach Berlin, um Rat zu suchen und dort riet man ihr, einen Verein zu gründen, um dem Ganzen einen offizielleren Rahmen und damit mehr Handlungsraum zu geben.

So entstand im August 2012 der erste Entwurf für die Satzung von Wandlungsbedarf. Im Februar fand die Gründungsversammlung statt und seit dem 19.3.2013 ist Wandlungsbedarf ein eingetragener Verein.

Parallel zu diesen Vorgängen knüpfte Matthias wertvolle Kontakte. Er holte unter anderem den Filmemacher Reinhard Welke ins Boot. Mit ihm zusammen setzten wir das Kurzfilmprojekt Home um, das wir vor allem online verbreiteten.

Mit unserer Botschaft tourten wir durch Deutschland und knüpften Kontakte zu anderen Vereinigungen mit ähnlichen Zielen. Wir organisierten sehr erfolgreiche Parties und Veranstaltungen, und wollen diese, genauso wie unsere Online-Arbeit zu diesem Thema auch weiterhin fortführen.
Wir sehen die Kampagne „Homo heißt Mensch“ erst als abgeschlossen an, wenn unser Ziel erreicht ist!

 

Unser Ziel:

Die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare in Deutschland.

Theoretisch sind wir uns alle einig, dass jegliche Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung bzw. Identität nicht in Ordnung ist. Praktisch hinken wir im internationalen Vergleich aber hinterher. Bereits 16 Länder haben die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet.

Das sind (chronologisch sortiert) die Niederlande, Belgien, Spanien, Kanada, Südafrika, Norwegen, Schweden, Portugal, Island, Argentinien, Dänemark, Frankreich, Uruguay, Neuseeland und Großbritannien. (Außerdem Teilgebiete von Mexiko und den USA)

Unser Vorbild in der Umsetzung dieses Ziels ist Argentinien. Dieses Land ist genau wie Deutschland föderalistisch organisiert und hat im Jahr 2010 per Gesetz die Ehe, inklusive aller ihr innewohnenden Rechte (z.B. Adoptionsrecht) für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet. Dementsprechend sind gleichgeschlechtliche Paare dort heute 100%ig gleichberechtigt.

Das wünschen wir uns auch für Deutschland.

Homo heißt Mensch.
Homo heißt gleich.
Homo heißt gleiche Rechte für alle.

Wusstest du…?

… dass Homosexualität in Deutschland noch bis 1994 Gegenstand des Strafgesetzbuchs war?

… dass laut Art. 21 der EU-Charta der Grundrechte die Diskriminierung “aus Gründen der sexuellen Ausrichtung” seit 2006 verboten ist, dieser Artikel jedoch nur im Arbeitsbereich und im Erbrecht greift?

… dass dem Europäischen Rat auch ein Gesetzentwurf zum Schutz vor Diskriminierung in anderen Bereichen (Bildung, Zugang zu Waren, etc.) vorliegt, aber bisher blockiert wird – unter anderem von der deutschen Bundesregierung?

Rechtliche Lage Weltweit

World_homosexuality_laws.svg

Homosexualität legal

   Gleichgeschlechtliche Ehen
   Andere Formen gleichgeschlechtlicher Partnerschaften
   Anerkennung (im In- oder Ausland geschlossener) gleichgeschlechtlicher Ehen
   Bedingte Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften auf Bundes- jedoch nicht Landesebene
Keine Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften
Homosexualität illegal

Einschränkung der Meinungsfreiheit2
   de jure unter Strafe, de facto keine Strafverfolgung
   Empfindliche Strafen
   (Lebenslängliche) Haftstrafe
   Todesstrafe