Die Bundestagswahl ist der perfekte Zeitpunkt für eine Bestandsaufnahme. Jede Partei fasst ihren Plan für die nächsten vier Jahre Deutschlands in einem schönen Programm zusammen. Das macht es leicht, einfach mal zu vergleichen. Wie stehen die Parteien zur Gleichstellung der Homo-Ehe im Steuerrecht und vor allem im Adoptionsrecht?

Zur Bundestagswahl 2013 sind insgesamt 34 Parteien zugelassen. Von manchen hat man noch nie gehört. Doch was für Meinungen kursieren jenseits der Fünfprozenthürde? Hier eine kleine Auswahl:

NPD

Die Ansicht der NPD ist klar und unmissverständlich. In ihrem Wahlprogramm „NATÜRLICH DEUTSCH“ steht folgendes:

„Die kleinste natürliche Gemeinschaft jedes Volkes ist die Familie. Auf ihr fußen Volk und Staat, in ihr werden Werte und Traditionen weitergegeben. Die auf Dauer angelegte Lebensgemeinschaft zwischen Mann und Frau ist zugleich die einzige Familienform, die Förderung und besonderen staatlichen Schutz verdient, denn nur in ihr können Kinder geboren werden. Für ein gesundes Aufwachsen brauchen Kinder Mutter und Vater, wobei besonders in den ersten Lebensjahren im Zusammenleben mit beiden Elternteilen als festen Bezugspersonen der Grundstein für die psychische Gesundheit der nächsten Generation gelegt wird.“1

„Daher fordert die NPD:
– Wertevermittlung und Vorbereitung auf eigene Elternschaft im Rahmen eines verbindlichen Schulfaches „Familie/gesunde Ernährung“ anstelle der derzeit propagierten „vielfältigen Lebensentwürfe“.
– Die unverzügliche Einstellung aller „Gender Mainstreaming“-Programme auf Bundes-, Länder-und kommunaler Ebene. Einschlägige Kadereinrichtungen, Lehrstühle u.a. sind aufzulösen, die dafür in Ansatz gebrachten Haushaltsmittel sind zugunsten der Familienförderung umzuwidmen.
– Adoptionsverbot für Homosexuelle und deren Lebensgemeinschaften sowie Aberkennung des „Familien“-Status für Homosexuelle.“2

ÖDP

Die Ökologisch-Demokratische Partei schreibt auf ihrer Website kurz und bündig:

„Gleichgeschlechtliche, eheähnliche Verbindungen dürfen nicht diskriminiert werden. Allerdings sehen wir das Vorhandensein einer Mutter und eines Vaters als Basis für das Kindeswohl als vorrangig an.“3

PBC

Die Partei Bibeltreuer Christen ist bibeltreu?

„Allein die auf Dauer angelegte Lebensgemeinschaft von Mann und Frau ist das Fundament für eine von Gott gesegnete Familie und für die Erziehung der Kinder.
Die PBC lehnt alle Versuche ab, Ehe und Familie anzutasten. Eheähnliche Verbindungen und sogenannte Ehen zwischen Gleichgeschlechtlichen dürfen der Ehe nicht gleichgestellt werden.“4

Volksabstimmung

Schön ist, dass die Partei „Demokratie durch Volksabstimmung“ uns eine „heile Familie“ genau definiert:

„Anmerkung: Eine „heile Familie“ ist die Verbindung zweier Personen verschiedenen
Geschlechts, die in erster Ehe zusammen leben und mindestens zwei eigene leibliche Kinder
bis zur Volljährigkeit selber groß gezogen haben.“5

 

Viele Parteien äußern sich nicht zum Thema, wie z.B:

AfD – Alternative für Deutschland
FREIE WÄHLER
MLPD – Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands
FAMILIE – Familienpartei (nur im Saarland)
PARTEI DER VERNUNFT (Bayern, NRW, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg)
u.a.

 

Kurz gesagt: Viele kleine Parteien äußern sich in ihrem Wahlprogramm leider nicht zum Thema. Und die, die es erwähnen, haben meist eine sehr eindeutige Meinung.

1Bundestagswahlprogramm 2013 der NPD „NATÜRLICH DEUTSCH“, S.47
2Bundestagswahlprogramm 2013 der NPD „NATÜRLICH DEUTSCH“, S.50
www.npd.de/inhalte/daten/dateiablage/br_2013_wahlprogramm_netz.pdf
3Programm der ÖDP zur Bundestagswahl 2013, Familie, Jugend, Soziales
https://www.oedp.de/programm/bundesprogramm/familie-jugend-soziales/
4Grundsatzprogramm der Partei Bibeltreuer Christen, 2. Familienpolitik
http://www.pbc.de/index.php?id=1023
5Grundsatzprogramm -Volksabstimmung-, S.17
http://www.demokratie-durch-volksabstimmung.de/PDF/Grundsatzprogramm.pdf